Guidelines / Orientierung an Value Streams 80 % Fertigstellungsgrad = DONE

80 % Fertigstellungsgrad = DONE

100 % Fertigstellung zu erreichen ist fast nie sinnvoll

Jeder, der schon einmal an komplexen oder aufwendigeren Vorhaben  gearbeitet hat, weiß, dass die letzten Prozent der Fertigstellung am längsten dauern.

Bei der Renovierung einer Wohnung sind es meist dann die Fußleisten, die nochmals Tage verbrauchen oder erst viel später nach dem Einzug angebracht werden. Wohnen geht auch ohne sie, auch wenn sie zu einer vollständig fertigen Wohnung irgendwie dazugehören.

Mit steigender Qualität wird es immer aufwendiger, diese noch mehr zu steigern, und damit nimmt der sogenannte Grenznutzen immer weiter ab. Die Kosten stehen irgendwann dem Nutzen nicht mehr im sinnvollen Verhältnis gegenüber. Aus diesem Grund ist es auch in diesem Zusammenhang sinnvoll, das Pareto-Prinzip von 80/20 zu beherzigen.

Spätestens nach 80 % des Fertigstellungsgrades sollte eine Aufgabe oder ein Vorhaben einmal den Check durchlaufen, ob die Funktions- Einsatzfähigkeit schon erreicht ist.

Erfolgt dies nicht, ist dies ein häufiger Grund für eine Kostenexplosion oder dafür, dass man im Einzelnen über das Ziel hinausschießt, weil Features nach ursprünglichem Plan entwickelt wurden, die sich ggf. mittlerweile schon überholt haben.

Done is better than perfect

Durch das Beherzigen von weiteren Guidelines wie beispielsweise „Priorisierungsmethoden in FAST“ erfolgt quasi automatisch, dass die richtigen und wesentlichen Eigenschaften eines Vorhabens entwickelt bzw. aufgebaut werden. Somit sind die Voraussetzungen für eine möglichst frühzeitige Fertigstellung schon geschaffen. Genau deshalb ist es bei 80 % an der Zeit, einmal einen Punkt zu machen und zu hinterfragen, was wirklich noch unbedingt notwendig ist.

Häufig entsteht hieraus entweder noch eine Liste von Restaufgaben, die vielleicht noch einen Sprint benötigen, um dann die Aufgabe oder das Vorhaben abzuschließen.

Ebenso oft stellt man aber auch fest, dass die Aufgabe eigentlich auf erledigt gesetzt werden kann oder maximal 1 oder 2 Tasks als Follow-up-Ticket zu erstellen sind.

Bei sehr großen Vorhaben stellt man an diesem Punkt häufig fest, dass beispielsweise eine Version V1.0 erreicht ist, also ein Go-live erfolgen kann. Mögliche noch offene Aufgaben oder Features können entweder ganz wegfallen oder als neue Aufgaben in eine Version 1.1 oder 1.x geschoben werden.

Timebox-Prinzip konsequent angewendet

Dies führt dazu, dass das agile Prinzip der Timebox hier nochmals konsequent unterstützt wird, indem immer wieder die noch zu erbringenden Leistungen dem möglichen Nutzen gegenübergestellt werden und dadurch ggf. die Leistung (nach unten) angepasst wird.