Theory & Foundation / Agilität heißt nicht chaotisch

Agilität heißt nicht, chaotisch

Was bedeutet Agilität? 

 

Agilität bedeutet, vieles ist in Bewegung und wird in Projekten entsprechend angepasst. Dies können folgende Dinge sein:

  • Ziele, Ressourcen, Planungen, Meilensteinpläne, Budgets, Risiken, Anforderungen etc.

Die Ursachen für diese Bewegungen könnten unterschiedlich sein. An dieser Stelle möchten wir die Ursachen nicht beleuchten, sondern verweisen auf die folgenden Themen für mögliche Ursachen für Veränderungen:

Grundsätzlich gilt in Mindset der Agilität , dass Änderungen jeglicher Art erst einmal willkommen geheißen werden!

Warum?  

  • Weil doch etwas komplizierter ist, als es zu Beginn gedacht war.

  • Weil Ressourcen doch knapper sind als geplant (Krankheit, Umpriorisierung, …)

  • Weil durch Wissensaufbau neue Ideen entstanden sind.

  • Weil Technologie sich weiterentwickelt hat.

Diese Änderungen können nicht ignoriert werden, da sie ansonsten dazu führen, dass das Projektziel ggf. nicht mehr oder zumindest nicht rechtzeitig bzw. im Budget erreicht wird.

Genau diese Änderungsbereitschaft ist die Basis für agile Arbeitsweisen.

Aber! 

Damit Agilität nicht chaotisch wird, dürfen diese Anpassungen nicht ständig zu jedem Zeitpunkt erfolgen, da ansonsten alles in Bewegung ist und in Folge „agil” wirklich nicht mehr beherrschbar ist und damit chaotisch wird.

Welche Änderung passt zu welcher Timebox und muss wie eingetaktet werden? 

Jede Änderung sollte auf die Auswirkung auf eine jeweilige Timebox betrachtet werden.

  1. Größe, Dimension, (Zeit-)Aufwand

Welche Dimension hat die Änderung? Geht es um ein Bugfixing, welches 10 Minuten dauert? Oder ist es eine neue konzeptionelle Idee, die erst noch diskutiert und dann eingeplant werden muss und eher 50 % der Kapazität eines Sprints bedarf? Also in welche Timebox passt diese Änderung?

2. Dringlichkeit

Ist die Änderung so dringend, dass sie im aktuellen Sprint bearbeitet werden muss? Oder reicht es im nächsten Sprint oder sogar in der nächsten Season (3 Monate)?

Aus dieser Betrachtung heraus ergibt sich der Rhythmus, in welchen die Änderung „eingetaktet” und einem entsprechenden nächsten Event (Daily/Weekly, Sprint Planning, Season Planning) zugeordnet wird.

Auf diese Weise sind der agile Ansatz der „Beweglichkeit” und der Grundsatz „Änderungen sind grundsätzlich willkommen” sichergestellt, aber auf der anderen Seite auch, dass agil nicht bedeutet „alles ist zu jedem Zeitpunkt veränderbar“.

Jeder Event stellt sicher, dass die Änderungen an einer zentralen Stelle für alle transparent eingetragen werden und somit für alle im Zugriff sind (Jira/Confluence, asana,…).

Durch diese Rhythmen und die zentrale Ablage wird erreicht, dass es zu jedem Zeitpunkt eine (= 1) gültige Planung gibt

  • für den nächsten Sprint,

  • für die nächste Season,

  • für die nächsten x Seasons (mit ggf. Meilensteinen, …).

Auf diese Weise ist agil alles andere als chaotisch, aber beweglich mit einer verlässlichen Taktung, Struktur und sehr klaren Regeln (an die sich meist alle erst einmal gewöhnen müssen).