Theory & Foundation / Die Zahl 7

Die Zahl 7

Auf einen Blick

Die Zahl 7 hat in vielen Kulturen und Bereichen eine besondere Bedeutung. In Bezug auf die Komplexität hat die Zahl 7 eine spezielle Bedeutung, da sie oft als Symbol für die Grenzen menschlicher Wahrnehmung und Verarbeitungskapazität verwendet wird.

Einer der bekanntesten Bezüge der Zahl 7 auf die Komplexität ist die „Magische Zahl 7 ± 2" von George Miller aus dem Jahr 1956. Er argumentiert, dass das menschliche Gedächtnis in der Lage ist, sich an etwa 7 ± 2 Dinge gleichzeitig zu erinnern. Dies bedeutet, dass wir uns am besten an eine begrenzte Anzahl von Informationen gleichzeitig erinnern können und es schwierig wird, mehr als 7–9 Dinge gleichzeitig zu verarbeiten.

Ein weiterer Bezug ist die „7 Schritte Problemlösung"-Methode, die darauf abzielt, komplexe Probleme in kleinere und überschaubare Schritte zu unterteilen. Dies ermöglicht es uns, Probleme systematisch und methodisch anzugehen, anstatt uns von der Komplexität des Problems überwältigen zu lassen.

 

In Architektur und Design gibt es auch Bezüge, die sich auf die Zahl 7 beziehen, wie die „7 Schritte zur Meisterschaft" von Christopher Alexander, welche darauf abzielen, komplexe Projekte in kleinere Schritte zu unterteilen, um sie leichter zu verwalten und zu gestalten.

In der Musik gibt es ebenfalls Bezüge, die sich auf die Zahl 7 beziehen, wie die Verwendung von Septakkorden und die Idee der „7 Töne der Musik".

Insgesamt symbolisiert die Zahl 7 in vielen Bereichen die Idee der Begrenzung und der Fähigkeit, Komplexität zu verarbeiten und zu verstehen. Es erinnert uns daran, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, Probleme systematisch anzugehen und uns nicht von der Komplexität eines Problems überwältigen zu lassen.

Beispiele im Kontext von Projekten 

  • Vorgänge, Themen, Tasks

  • Ziele, Key-Results

  • Meilensteine

  • Bulletpoints, Infos auf einem PPT Slide

  • Teammitglieder

  • Risiken

  • Menüpunkte in einem Drop-down

  • Ordner oder Elemente auf einer Ebene, z.B. in einer Produktstruktur

Mehr als 7 

  • Bei >7 muss man gruppieren und strukturieren.

  • Mit 2 Ebenen kann man 7×7 = 49 Elemente verwalten.

  • Mit 3 Ebenen kann man 7×7×7 = 343 Elemente verwalten.

  • Bei 4:2.401 Elemente, bei 5:16.807 usw.

Die Strukturen sind meist nicht ausbalanciert, d.h., es gibt Ordner mit mehr Elementen und sogar tieferen Ebenen als andere Ordner..

     

Weniger als 7 

Fällt bei der Strukturierung auf, dass es Ordner mit nur wenigen (1–3) Elementen gibt, dann sollte man die Ordnungskriterien überdenken, um mit weniger Ordner und weniger Tiefe auszukommen.

     

Toleranz 

  • 7 ist keine harte Grenze, sondern ein Richtwert.

  • Mehr oder weniger ist in Ordnung.

  • Auch weil Umstrukturieren teuer ist, z.B.:

    • Aus 7 Themen werden im Laufe des Projektes 9 Themen..

    • Eine Umstrukturierung in Haupt- und Unterthemen ist teurer, als dem Projektteam klar zu machen, dass es eben 2 neue Themen gibt.

     

Ausnahmen 

  • Wenn Elemente gleicher Natur sind, können auch deutlich mehr Elemente vom Menschen verarbeitet werden.
  • Es findet intuitiv eine Gruppierung dieser „Familie” statt.

Beispiel

  • Produktvarianten, z.B. unterschiedliche Widerstände