Core Elemente / Learning Cycles

Learning Cycles

In FAST betrachtet wir die Learning Cycles in zwei Dimensionen:

  1. der inhaltlichen Dimension und
  2. der methodischen Dimension

Es ist wichtig, beide Dimensionen getrennt von einander zu betrachten, um jeweils einen klaren Fokus zu haben.
Aus dieser Trennung ergeben sich zwei Learning Cycle-Events.

1. Das Review 

Beim inhaltlichen Lernen wollen wir früh feststellen, ob das, WAS wir entwickeln, auch das ist, was der Kunde benötigt. Dies erreichen wir durch frühe und wiederkehrende Reviews innerhalb des jeweiligen Rhythmus.

Teilnehmer: 
  • Das Team und externe Stakeholder

 

Inhalt: 
  • Was haben wir uns für diese Timebox (Sprint/Season) vorgenommen?
  • Wie sieht das fertige Ergebnis aus?
  • Was wurde nicht erreicht?
  • Welche neuen Erkenntnisse haben wir?

 

Feedback: 
  • Ist das vorgestellte Ergebnis das erwartete Ergebnis?
  • Was gefällt einem gut?
  • Wo habe ich konkrete Verbesserungsvorschläge?

 

Freigabe: 
  • Gibt es Gründe, die gegen eine Freigabe sprechen?

2. Die Retrospektive 

Im gleichen Rhythmus schauen wir uns in der Retrospektive das methodische Lernen an, um auch dort wiederkehrend sich zu hinterfragen und Verbesserungen stetig zu implementieren.

Teilnehmer: 
  • Nur das Team

 

Inhalt: 
  • Wo lief die Zusammenarbeit gut und wo hatten wir Probleme?
  • Wie können wir die Zusammenarbeit verbessern?

 

Regeln: 
  • Las Vegas Regel: Die Retro ist ein geschützter Raum. Ohne Zustimmung der Teilnehmer dringt nichts nach außen. „What happens in Vegas, stays in Vegas.“
  • Mindset: Unabhängig davon, was wir entdecken, wir sind der Überzeugung, dass jeder die beste Arbeit geleistet hat, die er angesichts seines damaligen Wissens, seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten, der verfügbaren Ressourcen und in der jeweiligen Situation leisten konnte.

Phasen einer Retro: 

  • Gesprächsklima schaffen
  • Themen sammeln
  • Erkenntnisse gewinnen
  • Entscheidungen treffen

Anwendung der Learning Cycles auf mehreren Timebox-Ebenen  

Im Weiteren werden die beiden Dimensionen Review und Retrospektive auf die jeweiligen Timeboxen angewendet. Auf diese Weise etablieren sich auf allen relevanten Ebenen entsprechende Zyklen, um aus der letzten Timebox zu lernen und sich stetig zu verbessern.

Die Ebene entscheidet über die Teilnehmer und damit auch über die Tiefe der Reflexion:

  • Sprint einzelne Teams/Value Streams

  • Season das gesamte Programm/Projekt

  • Year → alle Teilnehmer aus Sprint und Season inkl. dem Topmanagement

 

Auch die Dauer eines Reviews bzw. einer Retrospektive verändert sich, je nachdem, auf welcher Ebene es bzw. sie stattfindet.

Ziel ist es immer, das Gelernte unmittelbar in der nächsten Timebox anzuwenden bzw. zu verändern und keine „großen Veränderungspläne“ aufzubauen. Aus diesem Grund wird auf allen Ebenen auch im Review und der Retrospektive das Prinzip der Timebox angewendet. So ist beispielsweise eine Sprint-Retrospektive selten länger als 30 Minuten. Auf der Season-Ebene können es auch schon 60 Minuten sein.

Was ist zu beachten, dass Learning Cycles funktionieren? 

Auch bei den Learning Cycles ist das wichtigste Prinzip der Fokus. Gerade am Anfang werden viele „Probleme“ transparent. Es ist aber erfahrungsgemäß unmöglich, alles direkt zu beheben. Daher empfiehlt es sich, sich auf das wesentlichste Problem der Gruppe (Team/Programm) zu fokussieren und dieses mit aller Kraft abzumildern. Und sich im nächsten Zyklus dem nächsten Problem zu widmen.

So entsteht ein kontinuierlicher Lern- und Verbesserungszyklus.

Ein weiterer wichtiger Hinweis ist, frühzeitig den Endnutzer der Lösung in ein Review einzubinden. Dies ermöglicht ein frühes Feedback und eine einfache Überprüfung, ob das Team/Programm auf dem richtigen Weg ist.