Core Elemente / Rhythmus 

Rhythmus 

Auf dem individuell für das Programm oder das Unternehmen angepassten Rhythmus basiert die gesamte gemeinsame Arbeitsweise. Durch die im Rhythmus erreichte Synchronität fällt eine Vielzahl von Abstimmungen weg, bzw. diese werden in den Rhythmus eingepasst, wodurch die Terminkoordinationen zu diesen Abstimmungen weitestgehend entfallen.

Aber warum ist dies von so entscheidender Bedeutung? Wie kann in einem dynamischen Kontext und über mehrere Vorhaben oder Teams eine verlässliche Planung und Steuerung aufgebaut werden? Was ist stabil? Auf was kann man bauen?

ZEIT ist auch hier der Maßstab 

Der einzige, stabile und verlässliche Parameter

Timebox als Basis für den Takt 

Wie in der Lerneinheit Timeboxed beschrieben, fungiert eine Sprint-Timebox quasi als Taktgeber, da alle Aufgaben, Tätigkeiten etc. immer auf die Timeboxen abgestimmt und entsprechend geschnitten werden.
Auf diese Weise entsteht ein regelmäßiger Takt, der neben der Länge einer Timebox ebenfalls für alle zu einer verlässlichen Größe in Bezug auf Beginn und Ende wird.

Ein zweiwöchiger Sprint beginnt beispielsweise, wenn das ein Team so für sich festlegt, immer an einem Montag und endet nach 2 Wochen an einem Freitag, das zugehörige Sprint Planning ggf. dann immer am diesem letzten Freitag, damit am Montag alle Teammitglieder gleich durchstarten können. Wichtig ist hier nicht, ob Freitag oder Montag oder evtl. auch sogar mittwochs, sondern dass dieser Takt als verlässliche Größe ebenso wie die Timebox als feststehende Größe in die Methodik für das Team Einzug hält.

In Scrum wird häufig nur von der Timebox als Einheit gesprochen, da Scrum sich überwiegend lediglich auf ein einzelnes Team (ca. 9 Personen) bezieht. Durch die Festlegung der Timebox ergibt sich in Folge quasi automatisch auch ein zugehöriger Takt für dieses Team.

Sobald aber das Vorhaben größer wird, ist es nötig, dass mehrere Teams parallel daran arbeiten. Dies macht es dann erstmals notwendig, auch einen „vereinbarten“ Takt einzuführen. Denn nur die Timebox kann dazu führen, dass die Teams ggf. um Tage oder sogar Wochen zeitversetzt ihre jeweiligen Timeboxen (auch wenn diese alle gleich groß sind) starten. So ist ein gemeinsamer Zeitpunkt, zu dem sich alle Teams über beispielsweise gegenseitige Abhängigkeiten abstimmen, nicht mehr möglich. Diese Abstimmungen werden folglich „ad hoc“ erfolgen.
Die Folge: Bestenfalls ein paar mehr Abstimmungsmeetings zwischen den Teams.
In der Regel: Chaos durch ständiges Re-Planning aufgrund von nicht erkannten Verschiebungen oder Abhängigkeiten.

Taktung für mehrere Teams in FAST 

Für mehrere Teams gelten daher in FAST die gleichen Takt”-Regeln. Auf diese Weise lassen sich Abstimmungsevents zwischen einzelnen Teams bzw. Teilprojekten gemeinsam takten”. Koordinierungsaufwand für Terminabstimmungen fallen weg, da diese Meetings immer zu einem festgelegten Termin stattfinden.

Was ist der Nutzen?

  1. Reduktion von Meetings und deren Organisationsaufwand
  2. Verlässlichkeit, einfach zu handhaben
  3. Lernzyklen durch Wiederholung

Weitere Skalierung – der FAST Rhythmus 

Nicht alle Ebenen und Teams können in einem Unternehmen in einem gleichen Takt schwingen. Aus diesem Grund gibt es in FAST nicht nur einen Takt, sondern mehrere Taktungen und vor allem übergeordnete Taktungen.

Auf diese Weise entsteht ein Rhythmus für alle Beteiligten, trotz unterschiedlicher Taktungen.

Takt auf Day-Ebene 

Auf der Day-Ebene takten alle gleich, da hier die Timebox durch den Tag fest definiert ist.

 

Takt auf Sprint-Ebene 

Auf der Sprint-Ebene können Taktungen von 1 Woche, 2 Wochen, 3 oder auch 4 Wochen bestehen. Bewährt haben sich hier Taktungen zwischen 1 und 3 Wochen.

 

Takt auf Season-Ebene 

Auf der Season-Ebene können Taktungen von 3 oder auch 4 Monaten bestehen.

 

Synchronität auf allen Ebenen 

Parallele Projekte oder Programme und Teams müssen synchron agieren, also einen Rhythmus haben, um gemeinsam Ergebnisse zu begutachten, Abhängigkeiten transparent zu machen und zu managen, Risiken zu erkennen und zu vermindern, gemeinsam aus Erfahrungen der anderen zu lernen und natürlich auch, um gemeinsam die nächste Iteration (Day, Sprint, Season) zu planen. Insbesondere aber findet hier die Synchronisierung zu den Releases statt. Also der Auslieferung bzw. Inbetriebnahme von gelieferten Ergebnissen.

Der notwendige Grad der Synchronität wird durch die grundsätzliche Nähe und thematische Abhängigkeit zwischen verschiedenen Teams, Projekten oder Programmen bestimmt.

Enge Synchronität 

Gemeinsamer Rhythmus bis auf Sprint-Ebene:

  • z.B. Teams in einem Programm
  • z.B. unterschiedliche Programme mit vielen Schnittstellen und Abhängigkeiten

Mittlere Synchronität  

Gemeinsamer Rhythmus aus Season-Ebene.
Auf Sprint-Ebene unterschiedlicher Sprint-Takt:

  • z.B. unterschiedliche Programme mit ein paar Schnittstellen und nur ein paar signifikanten Abhängigkeiten
  • z.B. Einbindung externe Dienstleister mit eigenem, abweichendem Sprint-Rhythmus
     

Durch die Synchronisierung auf Season-Ebene im FAST Rhythmus lassen sich die unterschiedlichsten Programme/Projekte und Teams miteinander verbinden und in einen gemeinsamen Rhythmus bringen. Die daraus resultierende Event- und Meetingstruktur sorgt dann in dem festgelegten Rhythmus für die Synchronität.

Rhythmus sorgt für Zeitgewinn 

Durch die langfristig (mindestens 1 Jahr) festgelegte Event-Taktung (Sprints, Season Plannings) entsteht ein für alle Beteiligten verlässlicher und verbindlicher Rhythmus, der den sonst üblichen hohen Aufwand für Terminkoordinationen und den durch immer wieder aufkommende Verschiebungen erfolgten Zeitverlust nahezu vollständig eliminiert.

 

Season Planning sorgt für Synchronität und Alignment 

Das wesentliche Event zur Bildung der Synchronität und des Alignment im Rhythmus auf Season-Ebene und zwischen den Teams ist das Season Planning.

In diesen stark strukturierten Planungsablauf werden die Sprints der nächsten Season vorgeplant. Dies kann in einer groben Vorplanung eines Season Backlogs erfolgen (hohe Unsicherheit des Vorhabens) oder auch in genauen Planungen aller zugehörigen Sprints innerhalb der Season (hohe Klarheit des Vorhabens).

Folgender Nutzen entsteht durch die gemeinsame iterative Planung innerhalb des üblicherweise zweitägigen Season Plannings (siehe Events & Meeting Struktur):

  • Abstimmung der Prioritäten untereinander und mit dem Management.

  • Transparenz von Abhängigkeiten zwischen den Teams und möglichst weitestgehende Auflösung von kritischen Abhängigkeiten.

  • Klarheit und Transparenz von Risiken sowie abgestimmte Maßnahmen zwischen den Teams und dem Program Owner bzw. Business Owner.

 

Weitere Taktungen auf Year- und Epochen-Ebene 

  • Auf der Year-Ebene takten wieder alle im Unternehmen gleich, da das Jahr als Timebox für Unternehmen in der Regel wieder eine feststehende Größe darstellt.
    Besonderheit ist hier manchmal ein abweichendes Geschäftsjahr in Unternehmen vom Kalenderjahr. In diesen Fällen ist frühzeitig mit dem Management – insbesondere aufgrund der Fragestellung bzgl. Budgets und Ressourcen – zu klären, ob der Jahreskalender oder das Unternehmensjahr als Basis für das FAST Jahr und die zugehörigen Seasons herangezogen werden soll.

  • Ebenso verhält es sich mit noch größeren Zeiträumen, wie Epoche (3–5 Jahre) und Decade (ca. 10 Jahre). Hier takten alle Teams im Unternehmen gleich, aber Unternehmen in ihren jeweiligen strategischen Zeiträumen unterschiedlich. Auch hier ergibt es Sinn, diese Zeiträume auf die des jeweiligen Unternehmens abzustimmen.
    Eine Besonderheit ist hier vor allem, wenn man FAST innerhalb einer Unternehmensepoche startet, die schon läuft und ggf. nur noch 1 Jahr „Restlaufzeit“ hat. In diesem Fall sollte die nächste FAST Epoche dann erst mit der normalen Unternehmensepoche gestartet und bis dahin auf Basis des FAST Year Planning die Restlaufzeit der Epoche mit FAST genutzt werden.