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Stakeholder Management der Teilnehmer

Was ist eigentlich Stakeholder Management in FAST?

Das FAST Stakeholder Management betrachtet alle Personen, die an FAST beteiligt sind oder in irgendeiner Weise informiert sein sollten.

Das Stakeholder Management stellt in diesem Sinne damit sicher, dass keine Personen unbeachtet bleiben, und in Folge dann auch, dass diese Personen immer aktuell eingebunden bzw. informiert werden.

Im Weiteren übernimmt das Stakeholder Management die Aufgabe, zu beobachten, welche Personenkreise oder Einzelpersonen welchen Einfluss auf das Vorhaben oder das FAST Programm ausüben, und reagiert bei Bedarf entsprechend. Sei es mit Informationen, Aufklärung oder, wenn es sein muss, mit aktiver Intervention.

Somit ist das Stakeholder Management in FAST eine wesentliche Komponente, die ständig in Bewegung ist, da  sowohl die Beteiligten im Zeitverlauf wechseln als auch sich deren Agieren ändert. Daher ist es von besonderer Bedeutung, regelmäßig dem Stakeholder Management Aufmerksamkeit zu widmen.

Wer wird im Stakeholder Management konkret betrachtet? 

Da FAST von Beginn an versucht, alle Ebenen im Unternehmen zu erreichen, ist der Personenkreis durchaus von Beginn größer als nur das Kernteam oder die Teilnehmer des FAST Programms. So sind dies Personen vom Topmanagment über die Business-Ebene bis hin zu den Teams. Hier ggf. auch schon Personen, die noch nicht im FAST Programm dabei sind, aber z.B. vorgelagert, parallel oder nachgelagert agieren.

Auch diese Personenkreise werden im FAST Stakeholder Management betrachtet, da FAST grundsätzlich versucht, sich als “Standard Betriebssystem für Arbeitsweisen” in allen Bereichen zu etablieren. Nur mit dieser Denk und Agierunsweise, kann Agilität im Unternehmen seine volle Wirkkraft entfalten.

Da dieser Personenkreis häufig doch etwas größer ist, ist es sinnvoll, sich dem Stakeholder Management zunächst mit einer Aufstellung aller Personen und deren Funktion/Rolle zu widmen. Am besten in Form einer Tabelle, der man dann im Weiteren zusätzliche Spalten hinzufügen kann. Dies könnten dann z.B. folgende Spalten sein:

  • Informiert/aktiv?

  • Kann Einfluss ausüben (hoch/mittel/niedrig/keine)?

  • Einstellung zu Agil (positiv/neutral/negativ)

Wer übernimmt das Stakeholder Management in FAST?

Geht man das Stakeholder Management systematisch an, wird schnell klar, warum es so bedeutend ist. Es löst nämlich die blinden Flecken, die ansonsten von den Verantwortlichen gerne ignoriert werden, auf und macht diese sichtbar.

Von „Wer ist hier eher Bestandsbewahrer und möchte möglichst wenig ändern?“ über „Wer agiert sogar aktiv gegen die Einführung von Agilität (FAST)?“ bis hin zu „Wer ist still, aber hinter der Bühne ein aktiver Befürworter und Erklärer für den Nutzen von Agilität?“

Wer aber kümmert sich nun um diese Themen?

In der Regel ist es zunächst der FAST Program Engineer (FPE) oder FAST Program Coach (FPC), die zum Start von FAST im Unternehmen ja die Methodik, deren Mechanismen und Wirkweisen vorantreiben. Daher ist es nur logisch, dass auch diese beiden Rollen zunächst das Stakeholder Management übernehmen.

Im weiteren Verlauf wird in allen FAST Programmen zur kontinuierlichen Intensivierung ein Center of Excellence (COE) gebildet, welches aus Personen im FAST Programm besteht, die mit besonderem Engagement und Know-how das Thema Agilität mit FAST vorantreiben. Wenn diese Gruppe beginnt, nach der Anfangsphase ihres Bestehens sich fester zu etablieren, ist es sinnvoll, auch das Stakeholder Management vom FPE und FPC in das COE zu verlagern.

Wann und wie ist Stakeholder Management in FAST sinnvoll?

Das Stakeholder Management startet zunächst mit der möglichst vollständigen Ermittlung aller zu betrachtenden Stakeholder.

Dies kann zu Beginn mit einem Brainwriting von allen Beteiligten begonnen werden, um ein möglichst breites Spektrum zu erreichen. Das ist auch über 2 Runden nach ein paar Tagen Wartezeit möglich, um in der zweiten Runde und Inspiration der Liste aus der ersten Runden die Liste vollständiger zu machen.

Die Erweiterung um die oben angesprochenen Spalten wie „Einflussnahme“ oder „Einstellung“ sollte im Anschluss dann aber im sehr engen Kreis aus FPE und FPC erfolgen, da diese Betrachtung einen hohen subjektiven Anteil hat und nicht für eine „demokratische“ Abstimmung in größerem Kreis geeignet ist bzw. zu keinem sinnvollen Ergebnis führt.

Sie dient zunächst als indikative „Ersteinschätzung“ für den FPE und FPC, welchen Personen man sich mit besonderem Fokus widmen sollte bzw. welche Personen zu informieren man nicht vergessen sollte (gerne vergessen: der Betriebsrat).

Auf Basis dieser Liste beginnt dann die eigentliche Aktivität des Stakeholder Managements.

Dies können Einzelgespräche sein, um Unklarheiten oder Wissenslücken zu schließen, mit dem Ziel, über Verständnis eine positive, nutzenfördernde Position des jeweiligen Stakeholders zu erreichen. Es sind aber auch konkrete, immer wiederkehrende Aufgaben, wie die frühzeitige Einbindung beispielsweise des Managements und der Business Owner zum Thema Terminplanung von z.B. der Seasons. Diese sind nämlich in FAST für alle Beteiligten „im FAST Rhythmus festgelegte Pflichttermine“, die man nicht einfach so verschieben kann. Dies ist gerade für die obere Ebene erst mal neu und muss ausgiebig erklärt bzw. die Folgen aufgezeigt werden, was passiert, wenn der Rhythmus durchbrochen wird.

In regelmäßigen Abständen ist es dann sinnvoll, die begonnene Liste immer wieder den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Sei es durch Aktualisierung, weil sich die Positionen oder Einstellungen der einzelnen Stakeholder verändert haben oder neue Aspekte hinzugekommen sind und es sinnvoll erscheint, eine „neue Spalte“ einzufügen.

Durch die Systematik und Regelmäßigkeit verlässt das Stakeholder Management in FAST den Bereich der gänzlich subjektiven Einschätzung einzelner Verantwortlichen bzw der Wirkungslosigkeit, weil es nur zu Beginn eines Vorhabens eingesetzt und nicht als fester Bestandteil dauerhaft etabliert wird.

Damit folgt das FAST Stakeholder Management auch dem FAST Core Value von Transparency, selbt wenn die eigentliche Liste mit den Einschätzungen nicht vollständig veröffentlicht wird.

 

DAS ist Stakeholder Management in FAST!